Tuesday, 22 November 2011

Die beste Sololeistung des Jahres: Nils Frahm


Tosender Applaus. Die Sitztribüne bebte heute Abend unter den stampfenden Füßen der Besucher. Das ausverkaufte Radialsystem V wollte mehr Zugaben des 28-jährigen Pianisten hören. Der hatte gerade, wie er es nannte, mit uns eine Achterbahnfahrt durchgemacht. Besucher oder Musiker - wem danach schwindeliger war bleibt ungeklärt. Sofort nach dem Konzert unterschrieb Nils Frahm eine Platte nach der anderen. Ich überhörte einen 40jährigen Nerd, der Schulter klopfend zu Nils sagte: "Das war die beste Sololeistung des Jahres". Ein Anderer hechelte Nils zu, dass seine Tochter jetzt Klavier spielen lernen wird. (Die Kleine war gerade hörbar in der ersten Reihe eingeschlafen.) Nils schreibt "Für Miya" auf die 7 Inch. Ich hatte während des Konzerts so viele Bilder im Kopf, dass ich nicht wußte, ob ich meine Augen nun offen, oder geschlossen halten soll. Zunächst war da der Regen am Fenster, dann sah ich zehn einjährigen Mustangs beim Spielen zu (klingt kitschiger als es ist). Schließlich hörte ich die Olympiade der Tiere. Ich glaube es waren gerade die Mäuse beim Salto schlagen dran. Während einer kurzen Ton- und damit Kopfbildpause bedankte sich Nils bei Peter Broderick, der ihn zum ersten Album überredet hatte. Was danach kam, sieht man in meinem (mit Verlaub, schrottigen) Handy-Film: Eine Jam Session der beiden mit gesampelten Tönen: vom Atemzug bis zum Popo Klatschen. Nachdem zwischenzeitlich noch drei andere Pianisten an den beiden Tasteninstrumenten einstiegen, verringerte sich die Geschwindigkeit. Die Achterbahnfahrt endete in einem langsamen Piano Solo. So geht also die beste Sololeistung des Jahres.
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